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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Hilfe für den vom Aussterben bedrohten Gelbwangen-Kakadu

Gelbwangen-Kakadus (Cacatua sulphurea) kommen sowohl in Indonesien als auch in Ost-Timor vor. Nach Angaben von Birdlife International sank ihre Population in den letzten drei Generationen um über 80 %. Aktuell gibt es nur noch zwischen 2.500 und 10.000 frei lebende Exemplare. Einer der Hauptgründe für den rapiden Rückgang der wild lebenden Gelbwangen-Populationen ist der massenhafte Wildfang für die Haustierhaltung in aller Welt. Allein zwischen 1980 und 1992 wurden insgesamt 96.785 Tiere aus Indonesien exportiert und zwar hauptsächlich in die EU-Staaten und in die USA. Zwar gilt der Handel mit wild gefangenen Exemplaren seit 1993 in Indonesien als illegal, dem Schmuggel, besonders nach Singapur und Malaysia, wurde dadurch jedoch kein Einhalt geboten: Seit dem Verbot von 1993 sind Händler auf „Nachzuchten“ ausgewichen. Korrupte Wildbeauftragte, die Exportgenehmigungen ausstellen und wild gefangene Vögel als so genannte „Nachzuchten“ deklarieren, ebnen dem illegalen Handel den Weg. So hat Indonesien seit 1998 für 214 nachgezüchtete Exemplare die Exportgenehmigungen erteilt, von denen 83 % in die EU exportiert wurden. Singapur exportierte seit 1993 insgesamt 540 nachgezüchtete Exemplare, davon 70 % in die EU. Gelbwangen-Kakadus, die seit 1981 im Cites-Anhang II gelistet sind, müssen dringend in den Anhang I heraufgestuft werden, damit ihr weiteres Überleben gesichert ist und sie den höchsten internationalen Schutzstatus genießen: Die Heraufstufung einer Spezies von Anhang II in Anhang I entspricht einem absoluten Handelsverbot. Im Augenblick ist es noch nicht klar, ob die Bundesrepublik Deutschland einen Antrag zur Änderung des Status, über den auf der nächsten Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens entschieden wird, einreicht. Dazu muss in jedem Fall die Unterstützung und Kooperationsbereitschaft der anderen EU-Staaten gewährleistet sein. Auf Initiative von Pro Wildlife e. V. unterstützen verschiedene Arten- und Tierschutzorganisationen, u. a. auch das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V., eine Aufforderung an die EU-Staaten, auf der nächsten CITES-Vertragsstaatenkonferenz im Jahre 2004 für einen verstärkten Schutz des Gelbwangen-Kakadus einzutreten.

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