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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

PBFD – eine Gefahr für Neuseelands einheimische Papageien

Dr. Gartrell, neuseeländischer Spezialist für Vogelkrankheiten, warnte vor der Infizierung Neuseelands einheimischer Papageienarten mit PBFD (Psittacine Beak and Feather Disease) vor allem durch in Gefangenschaft lebende australische Kakadus und Rosellasittiche. Da PBFD (1) über einen langen Zeitraum hinweg bei diesen Papageienarten auftrat, befürchtet Dr. Gartrell nun, dass einheimische Papageien wie Kaka, Kakariki und Kea mit infizierten Tieren in Kontakt kommen, wenn sie beispielsweise städtische Gebiete aufsuchen, was keine Seltenheit ist. Das PBFD-Virus kann sowohl durch infizierte Federn als auch durch Kot übertragen werden. Während bei Rosellasittichen der Verlauf der Krankheit recht unterschiedlich ist, einige Tiere weisen lediglich Missbildungen der Federn auf, sind die Auswirkungen der Infektion besonders bei Gelbwangenkakadus eindeutig. Bei ihnen fallen Federn aus, der Schnabel verrottet regelrecht und die Federn wachsen aufgrund des Virusbefalls der Federfollikel nie wieder nach. Bislang ist noch nicht bekannt, wie einheimische Papageienarten auf das Virus reagieren, da niemand weiß, ob PBFD jemals bei einheimischen Arten auftrat. Wahrscheinlich ist, dass beispielsweise in Gefangenschaft gezüchtete und in der Hoffnung auf erfolgreiche Brut und Etablierung in der Natur freigelassene Kakas auch mit verwilderten Rosellasittichen in Gebieten wie dem Stadtgürtel von Wellington in Kontakt kommen und so infiziert werden. Im Gebiet um Wellington wurde vor einiger Zeit das erste Kaka-Küken seit mehr als 100 Jahren ausgebrütet, so dass es mittlerweile wieder einen Schwarm von ca. 10 wild lebenden Tieren gibt. Einige von ihnen suchen ebenfalls von Zeit zu Zeit die Vororte der Städte auf. Dr. Gartrell hält es allerdings für nicht akzeptabel, einheimische Papageien dem Virus bewusst auszusetzen, um ihre Reaktionen auf die Seuche zu testen, jedoch werden zukünftig alle aufgefundenen toten oder kranken Papageien vom University’s Wildlife Centre per DNA-Test auf den Virus untersucht

Quelle: The New Zealand Herald vom 11.08.2003

(1) Bei PBFD wird durch eine Infektion mit Circoviren eine Störung des Wachstums der Federn, des Schnabels und der Krallen hervorgerufen. Unterschieden wird zwischen dem akuten und dem chronischen Krankheitsverlauf. Die akute Erkrankung bei Jungvögeln führt fast immer zum Tod. Sie zeigen neben der Störung des Gefiederwachstums Symptome wie Durchfall, Erbrechen und eine starke Schwächung des gesamten Immunsystems. Der chronische Verlauf der Krankheit bei älteren Tieren macht sich durch stetige Verschlechterung des Gesundheitszustandes bemerkbar. Federn brechen ab und fallen aus, Schnabel und Krallen zeigen Missbildungen und Verwachsungen und Blutungen in den Federschäften treten auf. Auf der somit unbedeckten und äußerst empfindlichen Haut bilden sich bakterielle Entzündungsherde, die oftmals durch Schorfbeläge erkennbar sind. Zwar kann mit der Verabreichung von Vitaminen und ausgewogener Ernährung das Wachstum der Federn unterstützt werden, jedoch ist eine Methode zur Bekämpfung des Virus als Krankheitsursache unbekannt.

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