Papageienschutz aktuell-news

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Töten Keas Kiwi-Küken?

Der Kea, eine Papageienart, die in Gebirgsgegenden von South Island (Neuseeland) lebt, wird als außerordentlich intelligenter Vogel eingestuft. Dieser Papagei, der eine Größe von bis zu 50 cm erreicht, wird in Neuseeland streng geschützt. Seine Population wird auf ca. 1.000 bis 5.000 Tiere geschätzt. Er ernährt sich vorwiegend vegetarisch, bisweilen frisst er jedoch auch Maden und Insekten. Darüber hinaus ist der Kea bekannt für seine ausgeprägte Neugier: Die Bilder von Keas, die Autoreifen von parkenden Autos demontieren und zerstören, sind populär. Mitarbeiter des neuseeländischen „Department of Conservation“ verdächtigen den Kea nun, am Rückgang der Population des ebenfalls streng geschützten und vom Aussterben bedrohten Kiwis, dem Nationalvogel Neuseelands, beteiligt zu sein. Kiwis finden ihren Lebensraum in verschiedenen Schutzgebieten in den Tieflandwäldern Neuseelands. Die Mitarbeiter des „Department of Conservation“ kontrollieren ihre Höhlen ständig durch sogenannte „Inspektionsdeckel“, die auf den Höhleneingängen angebracht sind. Vor allem durch ihre Neugier getrieben, halten sich Keas des Öfteren auch außerhalb ihrer Lebensräume, den Gebirgsgegenden, beispielsweise in den Tieflandwäldern von South Island auf. Dabei wurden sie inzwischen mehrfach beobachtet, wie sie mit Hilfe ihrer Schnäbel und Krallen die mit Steinen beschwerten Inspektionsdeckel von den Höhleneingängen der Kiwis entfernten. Kiwi-Experte Paul Jansen vom „Department of Conservation“ ist der Meinung, dass Keas einige der Höhlen geplündert haben könnten. Denn es wurden tote Kiwi-Küken nahe der Höhleneingänge gefunden, die zwar Spuren von Attackierungen, jedoch keinerlei Zahnspuren aufwiesen. Zwar gibt es keinen Beweis, dass Keas für die toten Küken verantwortlich sind, die Höhlen der Kiwis werden nun jedoch aufgrund dieser Vermutungen noch strenger kontrolliert. Nach Aussagen des „Department of Conservation“ sind mehr als die Hälfte aller Tierarten Neuseelands vom Aussterben bedroht. Das betrifft ca. 2.400 Vogel-, Reptilien- und Pflanzenarten, 800 davon in den sogenannten Akut-Regionen. Außerdem geht das „Department of Conservation“ davon aus, dass die Populationen des Kiwis und auch die des Kakapos in naher Zukunft völlig verschwinden werden.

Quelle: „Pillaging kea poaching rare kiwi chicks“, Anne Beston, New Zealand Herald vom 03.01.2005

Ihr Kommentar zu:
“Töten Keas Kiwi-Küken?”

 

| Kontakt | Copyright © 2017 Papageienschutz aktuell | Impressum |