Papageienschutz aktuell-news

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Einfuhrverbot für exotische Wildvögel gefordert

Am 28.06.2006 wird der Landwirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages auf Antrag der Oppositionsparteien über ein Einfuhr-, Vermarktungs- und Besitzverbot für exotische Wildvögel beraten. Zurzeit gilt wegen der Vogelgrippe ein Einfuhrverbot für Wildvögel, das jedoch am 31.07.2006 endet.

Zur Begründung des Antrages werden die seit vielen Jahren bekannten und von Tier- und Artenschutzorganisationen immer wieder dokumentierten Tatsachen angeführt: Das Einfangen von wild lebenden Vögeln in Süd- u.   Mittelamerika, Asien und Afrika ist verantwortlich für ‚millionenfaches Tierleid’ und trägt wesentlich dazu bei, dass zahlreiche exotische Vogelarten, darunter auch viele Papageienarten, vom Aussterben bedroht sind.

Etwa die Hälfte der eingefangenen Wildvögel stirbt bereits durch die brutalen Fangmethoden, während der  ‚Lagerung’ für den Export und während des Transportes in den Ursprungsländern.

Es wird geschätzt, dass jährlich mindestens 3,5 Millionen Wildvögel in Süd- u.  Mittelamerika, Asien und Afrika eingefangen werden, um die Nachfrage auf den Heimtiermärkten in den Staaten der EU zu decken, davon erreichen etwa 1,76 Millionen Wildvögel die europäischen Heimtiermärkte lebend. Etwa 87 % aller Importe von Wildvögeln gehen in die Staaten der EU; die EU ist damit der weltweit größte Importeur von Wildvögeln.

Während die EU-Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahre 1979 (79/409/EWG) es verbietet, einheimische Wildvögel zu fangen, zu vermarkten und in Gefangenschaft zu halten, sind die exotischen Wildvögel den Brutalitäten der Vermarktung immer noch schutzlos ausgeliefert. Der Antrag der Oppositionsparteien will diese Ungleichbehandlung von einheimischen und exotischen Wildvögeln beseitigen. Besonders erfreulich ist, dass der Antrag sich nicht auf die Forderung nach einem Einfuhrverbot beschränkt, sondern auch ein Verbot des Besitzes und der Vermarktung von exotischen Wildvögeln fordert (Mit Ausnahme der Wildvögel, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes legal importiert worden sind). Derartige Verbote existieren bereits in den EU- Staaten Schweden, Dänemark und Niederlande.

So wichtig und unverzichtbar ein Einfuhrverbot für exotische Wildvögel ist, es wird allein nicht ausreichen, sie vor den Qualen des Einfangens und dem Aussterben zu schützen. Das wird deutlich am Beispiel der USA, die seit 1992 die Einfuhr von Wildvögeln verbieten. Im Juni 2005 teilte die mexikanische Umweltbehörde in einem Bericht mit, dass jedes Jahr allein mehr als 500.000 Papageien über die mexikanische Grenze in die USA geschmuggelt werden. Die Transportwege und Methoden sind dabei die gleichen wie die der südamerikanischen Drogen- und Waffenmafia. Die Einnahmen, die durch die geschmuggelten Papageien erzielt werden, sollen etwa 300 Millionen Dollar (246 Millionen Euro) betragen. Die mexikanische Umweltbehörde geht davon aus, dass etwa 7 Millionen Papageien jährlich durch das Einfangen und durch den Transport sterben. In dem Bericht der Behörde heißt es weiter, dass bereits 19 Papageienarten durch den Papageien-Schmuggel zum Verschwinden gebracht worden seien.

Quellen:
Deutscher Bundestag – Drucksache 16/1502 vom 17.05.2006
Greenpeace-Magazin – 09.06.2005

Ihr Kommentar zu:
“Einfuhrverbot für exotische Wildvögel gefordert”

 

| Kontakt | Copyright © 2017 Papageienschutz aktuell | Impressum |