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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Nichtstaatliche Organisationen agieren gemeinsam gegen das brasilianische Umweltamt

Das brasilianische Umweltamt, dem ein Beschluss des nationalen Uweltrates zu Grunde liegt, leitete eine öffentliche Befragung in die Wege, um herauszufinden, welche Vogelarten die Einwohner Brasiliens gerne als Haustiere halten würden. Diese Information dient dem Ziel, diese Vögel entgegen ihrer natürlichen Bestimmung zu domestizieren und damit Tierläden und Volierenherstellern auf Kosten der Tiere zu einem blühenden Geschäft zu verhelfen. Tierschutzorganisationen sind über diesen Versuch der Regierung empört. Die Liste der Vogelarten, die in Käfigen gehalten werden können, zu erweitern, während die Welt von der Erhaltung der Natur spricht, ist unsinnig, so die Gründerin und Vizepräsidentin der brasilianischen Tierschutzorganisation PEA (1). Sie weist darauf hin , dass die dringende Verpflichtung besteht, sowohl der Gesellschaft als auch schon den Kindern klar zu machen, dass Vögel zum Fliegen bestimmt sind. Es sei nicht akzeptabel, dass beispielsweise Tukane, die sich in Gefangenschaft nicht vermehren, als Spielgefährten für den Menschen bis an ihr Lebensende in Käfige eingesperrt werden. Die Gefangenschaft der Vögel müsse ein Ende haben, als Haustiere eignen sich allenfalls Hunde und Katzen, so die Vizepräsidentin. Weiterhin ist zu bedenken, dass die Legalisierung, wildlebende Vogelarten als Haustiere zu halten, vor allem den illegalen Tierhandel, der neben dem Ausmaß, das der Drogenhandel erreicht hat, schon an zweiter Stelle steht, vorantreiben würde. In der Absicht, diese Problematik an den Umweltminister heranzutragen, entwarf die Organisation PEA ein an ihn und den Präsidenten gerichtetes Schreiben, in dem sie dazu aufruft, die öffentliche Befragung zu stoppen. Die Gründerin der Organisation bezeichnete die seltsame Art der durchgeführten Befragung, die auf elektronischem Wege per E-Mail stattfindet, die Legalisierung des Handels und die Haltung in Brasilien heimischer Vögel in Käfigen als einen Akt gegen alle, die für eine bessere Welt kämpfen. Diese Petition an den brasilianischen Umweltminister und den Präsidenten ist auf der Website der Organisation PEA, die die Gesellschaft zur Unterstützung dieser Aktion aufrief, unter der Adresse http://www.pea.org.br/english.htm zu finden. An dieser Protestaktion beteiligte sich auch das Papageienschutz-Centrum Bremen.

(1) PEA = Projeto Esperanca Animal – hierbei handelt es sich um eine der wesentlichen brasilianischen Organisationen, die sich für den Tier- und Umweltschutz einsetzen.
Quelle: „Non-Governmental Entities United against the Brazilian Institut of Environment – IBAMA“, Website der Organisation PEA (www.pea.org.br), März 2008

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