Papageienschutz aktuell-news

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Wildlebende Papageien-Kolonien

Mindestens drei Dutzend verschiedene Papageienarten sind größtenteils in Südamerika inzwischen als äußerst gefährdet eingestuft, da ihre ursprünglichen tropischen und subtropischen Lebensräume zunehmend schrumpfen. Somit ist ein gesunder Bestand wildlebender Papageienschwärme in den USA und anderen fortschrittlichen Ländern in der ganzen Welt entscheidend für die Erhaltung dieser Arten, die ansonsten aussterben würden. Heutzutage nimmt die Anzahl der wildlebenden Papageienschwärme in den Städten und Vorstadtgebieten der Vereinigten Staaten von Amerika immer mehr zu. So leben beispielsweise in San Francisco und Brooklyn trotz fehlender Grünflächen besonders große Schwärme. Sogar in westeuropäischen Städten sollen wildlebende Papageienschwärme immer häufiger vorkommen. Bei den meisten dieser Vögel selbst handelt es sich sicher nicht um ehemalige Haustiere. Jedoch kann man davon ausgehen, dass sie Nachkommen von Papageien sind, die auf dem Transport aus ihrem natürlichen Lebensraum in die Tierläden flüchten konnten. Papageien gelten als die intelligentesten und anpassungsfähigsten Vögel, so dass es nicht verwunderlich ist, dass sie trotz kälterer Temperaturen in Nordamerika und anderen Regionen überleben können. Mittlerweile ist im Nordosten der Anblick von größeren Papageiengruppen, die im Winter auf einer schneebedeckten Schiffsreling hocken, nicht mehr ungewöhnlich. Die Regionen, in denen sie leben, bieten ihnen trotz der Kälte genügend Futter und Unterschlupf, um ihren relativ anspruchslosen Bedürfnissen gerecht zu werden. Seit die Papageien sich in den neuen Lebensräumen entfalten konnten, führten sie ihre Brutaktivitäten fort. Daher muss man ihre Nachkommen, obwohl sie in Städten geboren wurden, durchaus als Wildvögel betrachten, deren Lebensweise ihren in den Urwäldern Südamerikas lebenden Vorfahren recht ähnlich ist. Umweltschützer werten die erfolgreiche Anpassung der Papageien an die nördlicheren Stadtgebiete trotz des zunehmenden Verlustes von ursprünglichen Lebensräumen in den Regenwäldern als gutes Zeichen für die Zukunft. Ein Mitarbeiter der Organisation ‚City Parrots‘, die die Bildung von wildlebenden Papageienschwärmen in den Stadtgebieten fördert, weist darauf hin, dass es sich hierbei um eine effektivere Erhaltungsmethode handele als wenn man den Bestand der Vögel in Gefangenschaft aufstocken würde. In Gefangenschaft würden sie ihre Gene nicht so effektiv weitergeben und wären nicht in der Lage, die zum Überleben notwendigen Strategien wie Anpassungsfähigkeit und soziale Fähigkeiten zu erlernen, so der Mitarbeiter. So überlebte beispielsweise eine größere Anzahl von Grünwangenamazonen (lat. amazona viridigenalis) die schon ein Viertel der existierenden Gesamtzahl ausmacht, in den größeren Stadtgebieten Kaliforniens und deren Umgebungen, während gleichzeitig die Populationen in ihren ursprünglichen Lebensräumen in den Regenwäldern stetig abnehmen. Über diese Thematik wurde sogar im Jahre 2006 ein Film (1) gedreht, dessen Hauptakteur ein heimatloser Musiker ist, der sich um einen wildlebenden Papageienschwarm in San Francisco kümmert.

(1) Judy Irving Dokumentation, The Wild Parrots of Telegraph Hill, 2006
Quelle: „Wild Parrot Colonies“, Earth Talk – 22.03.2008

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