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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Gefahr einer Psittakose-Infektion durch den Verkauf kranker Vögel in den USA

Das Gesundheitsamt in Minnesota (USA) teilte im Dezember mit, dass Personen, die in den letzten drei Monaten Vögel als Haustiere erworben haben, der Gefahr einer Erkrankung an Psittakose ausgesetzt sind. Das Gesundheitsamt löste den Alarm aus, nachdem ein Angestellter eines Tierladens in Shakopee in Minnesota schon daran erkrankt war. Die Psittakose wird von infizierten Vögeln auf den Menschen übertragen. Staatsbeamte informierten darüber, dass mit dieser Krankheit infizierte Tiere möglicherweise seit Oktober in mehreren Tierläden in ganz Minnesota verkauft wurden. Zwei Tierläden hatten den Verkauf von möglicherweise infizierten Vögeln sofort eingestellt. Die Tiere stammten alle von einem einzigen Händler aus Florida.
Die Krankheit, auch als sogenannte Papageienkrankheit bekannt, ist nach Aussage der zuständigen Amtstierärztin bisher noch bei keinem der betroffenen Kunden aufgetreten. Das Gesundheitsamt habe aber – so die Amtstierärztin – Kunden und Angestellten der Tiergeschäfte nahegelegt, unbedingt auf grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Luftnot und Husten zu achten. Sie wies darauf hin, dass es sich bei der Psittakose, die nichts mit der allgemein bekannten Vogelgrippe zu tun hat, um eine ernste Erkrankung handeln kann, wenn man sie nicht rechtzeitig erkennt und behandelt, diese aber im Normalfall sehr leicht mit Antibiotika zu bekämpfen ist. Der erkrankte Angestellte des Tierladens in Shakopee soll jetzt wieder gesund sein, nachdem er auf Grund von entsprechenden Symptomen behandelt worden war. Bei einer unbe- kannten Frau soll eine Lungenentzündung aufgetreten sein, die vermutlich durch den Kontakt mit getrockneten Exkrementen eines infizierten Vogels verursacht wurde.
Die Tierärztin informierte darüber, dass auch Vögel ohne Krankheitssymptome Träger des Bakteriums, das die Psittakose auslöst, sein können, es aber selten vorkomme, dass sich Menschen bei einem nicht erkrankten Vogel anstecken. Kranke Tiere erscheinen meist sehr matt und haben Durchfall. Die in diesem Fall betroffenen Vögel können von Tierärzten untersucht und behandelt werden, so dass keine Notwendigkeit bestehe, dass diese zurückgegeben oder gar getötet werden müssten, so die Veterinärin.
Gesundheitsbeamte aus Florida selbst hatten Minnesota und andere Staaten darüber informiert, dass einige infizierte Vögel an Tierläden in ihrer Region versandt worden waren. Die Amtstierärztin war allerdings nicht bereit Details über die Identität des in den Fall verwickelten Händlers aus Florida bekannt zu geben. Sie wies lediglich darauf hin, dass er alle erdenklichen Schritte unternommen hatte, um das Problem zu lösen.

Eine Sprecherin der Hauptgeschäftsstelle des Tierhandels mit Sitz in Phoenix versicherte, dass die Firma den Verkauf der Vögel einige Tage nach Bekanntwerden des Problems stoppte. Willkürliche Untersuchungen brachten einige infizierte Vögel in einigen Tierläden hervor, jedoch nicht in Minnesota.
„Wir schicken einen Brief an die Kunden dieser Geschäfte“, so die Sprecherin, obwohl es angeblich keine Bestätigung über Erkrankungen bei Kunden und Angestellten gebe. Ihrer Aussage nach sei dies lediglich eine Vorsichtsmaßnahme.

Quelle: Maura Lerner, Star Tribune, 21. Dezember 2007

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