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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Naturschützer hilft gefährdeten Papageien

Der einst stark gefährdete Mauritiussittich wird inzwischen von einem hoch ansteckenden Virus bedroht. Ein Naturschützer, der als Dozent für den Themenbereich ‘Erhaltung der Artenvielfalt’ an der Universität in Kent tätig ist, leitet ein dreijähriges, von der Organisation ‘The Leverhulme Trust’ (1) finanziertes Projekt, das die Bestimmung der Faktoren, die den Mauritiussittich für die Infektion anfällig machen, zum Ziel hat. Besonders die Verbreitung des hoch ansteckenden und meist tödlichen Virus, das typischerweise bei Papageien auftritt, soll untersucht werden. Es handelt sich hierbei um das Virus, das die unheilbare Schnabel- und Federkrankheit (PBFD = Psittakine Beak and Feather Disease) verursacht. Bei dieser Erkrankung verursachen Circoviren eine Wachstumsstörung der Federn, Krallen und des Schnabels und führen zur Zerstörung des Knochenmarks. Mit dem Absterben der zur Neubildung des Blutes verantwortlichen Knochenmarkszellen verenden auch die Vögel. Das Projekt ist schon deshalb sehr wichtig, da die früher weitverbreitete Population des Mauritiussittichs bis 1987 durch den Verlust von Lebensraum und durch die Einführung einer fremden, um den verbleibenden Lebensraum rivalisierenden Vogelart auf nur noch 12 Tiere reduziert war. Mit Hilfe eines sehr erfogreichen Erhaltungsprogramms schaffte man es letztlich jedoch, die Anzahl der Mauritiussittiche auf etwa 350 Tiere aufzustocken. Dies hatte sogar zur Folge, dass diese Vogelart sogar von stark gefährdet auf gefährdet heruntergestuft wurde. Im Jahre 2004 bedrohte dann der Ausbruch der Schnabel- und Federkrankheit die Population, die gerade dabei war, sich wieder zu erholen. Neben dem Hauptziel, wesentliche Hilfsmaßnahmen für den Umgang mit den Problemen, die diese Erkrankung beim gefährdeten Mauritiussittich mit sich bringt, zu bieten, soll das Projekt auch Vorbild für weltweite Naturschutzprogramme sein, die sich mit Virusinfektionen bei Tierarten befassen. Zusätzlich bietet es eine eher seltene Gelegenheit, die Epidemiologie von Infektionskrankheiten zu erforschen, da detaillierte Daten aus Beobachtungen des Mauritiussittichs und verwandten Arten aus den letzten zwanzig Jahren vorliegen. Die Rettung dieser Vogelart vor dem Aussterben ist das Ergebnis der Arbeit und langfristigen Unterstützung verschiedener Tierschutzorganisationen wie unter anderem der Mauritius Wildlife Foundation (2). “ Das Projekt integriert die Epidemiologie und Immungenetik in ein bedeutendes und bekanntes Programm zur Erhaltung von Papageienarten, das von der Mauritius Wildlife Foundation geführt wird – es handelt sich hierbei um eine Organisation, die weltweit Ansehen für ihre Erfolge bei der Rettung bedrohter Arten vor dem Aussterben erlangt hat. Die finanzielle Unterstützung durch die Organisation ‚The Leverhulme Trust‘ wird eine dringend notwendige, interdisziplinäre Plattform für eine Studie über die langfristige Handhabung der Vogelkrankheiten ermöglichen“, erklärte der Projektleiter.

(1) ‚The Leverhulme Trust‘ ist eine englische Organisation, die Projekte im Bereich Forschung und Bildung ausschreibt und finanziert. Mit jährlich bis zu 40 Millionen Pfund gehört sie zu den größten Sponsoren von Forschungsprojekten in England.
(2) Die ‚Mauritius Wildlife Foundation‘ ist die einzige nicht-staatliche Organisation in Mauritius, die sich mit Naturschutz und der Erhaltung von dort existierenden, gefährdeten Tier- und Pflanzenarten befasst.
Quelle: „Conservationist to aid parrots in peril“, Science Centric, 23. Juni 2008

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