Papageienschutz aktuell-news

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Kampf gegen illegalen Papageienfang in Kamerun

Wildhüter führten im kameruner Lobeke Nationalpark immer wieder einen erbitterten Kampf gegen Wilderer, von denen einer Anfang dieses Jahres mit vierzehn Papageienköpfen und neun lebenden Vögeln ertappt wurde. Erst sieben Monate zuvor war er aus der Haft entlassen worden, die er wegen eines ähnlichen Verbrechens verbüßen musste. Der Mann erklärte den Wildhütern, dass er Teil eines Netzwerkes von Händlern sei, die in einer Holzfäller Stadt südlich vom Lobeke Nationalpark ansässig sind und denen er Papageienköpfe liefert, die dann später in das benachbarte Nigeria geschmuggelt werden. Seine Festnahme erfolgte einige Wochen nachdem ein Beobachtungsteam der Organisation Word Wildlife Fund (WWF), die das Vorgehen gegen den illegalen Papageienfang unterstützte, zwei Papageienfänger im Park entdeckte, die 47 Papageienköpfe in einer Tasche transportierten. Die Wilderer warfen die Tasche mit ihrer Beute weg und flüchteten, als sich das WWF-Team ihnen näherte. Nach Angaben eines WWF-Mitarbeiters waren sie gerade von einer sumpfigen Waldlichtung aus dem Zentrum des Lobeke Nationalparks zurückgekehrt, wo die Papageien für gewöhnlich auf Futtersuche gehen. Dort gibt es besonders viele Afrikanische Graupapageien, deren Population allerdings durch die Wilderer sehr bedroht ist. „Afrikanische Graupapageien sehen rot in Lobeke, da Wilderer den Park belagern“, klagte der Mitarbeiter der Organisation „Wir überwachen die Waldlichtungen permanent, um sie vor den Wilderern zu schützen“. Diese Art und Weise gegen die Papageienfänger vorzugehen, kam in der ersten Jahreshälfte 2008 auf, nachdem ein Wilderer unter anderem mit ca. 350 Papageienköpfen ertappt und festgenommen wurde. Er wollte die Vogelköpfe in die westliche Region von Kamerun zu einem Medizinmann bringen, um diesem damit die Heilung seines geisteskranken Bruders zu ermöglichen (siehe „Graupapageien in Kamerun von Wilderern abgeschlachtet“, Papageienschutz aktuell vom 04. Juni 2008). In Kamerun ist der Fang von Graupapageien, die dort unter höchstem Schutz stehen, nur mit einer Sondergenehmigung des Forst- und Tierschutzamtes erlaubt. Seit 1997 ist die Anzahl der Papageien, die in Kamerun gefangen werden dürfen, auf maximal 12.000 Vögel jährlich begrenzt. Das Ausmaß der illegalen Ausbeute verdeutlicht aber, dass hier mehr als 20.000 Papageien jährlich gejagt und gefangen werden.

Quelle: „Cameroon: War against parrot poachers“, African News, 09.02.2009

Ihr Kommentar zu:
“Kampf gegen illegalen Papageienfang in Kamerun”

 

| Kontakt | Copyright © 2017 Papageienschutz aktuell | Impressum |