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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Graupapageien von Wilderern abgeschlachtet

Zwei berüchtigte Papageienfänger wurden kürzlich festgenommen und in Untersuchungshaft genommen, da sie Graupapageien illegal gefangen hatten. Die beiden Männer sind verantwortlich für den Fang von über 5000 Papageien pro Jahr im kameruner Lobeke Nationalpark und Umgebung. Ihre Festnahme wurde von lokalen Forst- und Tierschutzbeamten in Zusammenarbeit mit der Polizei und mit Unterstützung des World Wildlife Fund (WWF) in die Wege geleitet.
Einer der Männer wurde in seinem Haus südöstlich von Lobeke bei einem Handgemenge mit Beamten und Wildhütern, bei dem ihm in den Arm geschossen wurde, festgenommen. Der andere Wilderer kam in Gewahrsam, als er auf einer Waldlichtung in Lobeke Papageien zu fangen versuchte. Die beiden arbeiteten schon seit etwa zehn Jahren zusammen und stehen nun unter Verdacht, in diesem Jahr mehr als 1000 Papageien brutal abgeschlachtet zu haben. Im letzten Jahr konnte sich einer der Männer aus dem festen Griff der Wildhüter befreien und flüchten, nachdem man ihn wegen der Enthauptung von 167 Papageien nahe Lobeke festgenommen hatte. In seinem Haus wurde sogar eine Handgranate gefunden. Die beiden Wilderer haben eine neue Fangmethode entwickelt. Sie hacken den Vögeln die Köpfe ab und rupfen ihre Körper. Wofür die Köpfe und Rümpfe der Vögel verwendet werden, ist unklar. Eine verdächtige Person wurde kürzlich während des Transportes von 353 Papageienköpfen und 2000 Rümpfen von einem Wildhüter in Gewahrsam genommen  und gestand, dass die Überreste der Tiere an einen Medizinmann geliefert werden sollten. Dieser wollte sie zur Heilung seines geisteskranken Bruders einsetzen.
Der Leiter des zuständigen Wildhüterbezirks im Osten Kameruns teilte mit, dass die Köpfe der Papageien wahrscheinlich hauptsächlich nach Indien und China exportiert werden und die Rümpfe nach Nigeria. Diese neue Vorgehensweise stellt für Wildhüter und Naturschutzorganisationen eine neue Herausforderung dar. „Wir müssen diese neue Methode eingehend untersuchen, um die Route der Papageienfänger zu ermitteln und so zu erfahren, wohin genau die Überreste der Vögel transportiert werden. Nur eine genaue Untersuchung der Angelegenheit kann uns helfen, eine Strategie zu entwickeln, mit der wir die Verminderung von Graupapageien-Populationen aufhalten können“, so der leitende Beamte.
Achtzig Prozent der aus Kamerun exportierten Papageien stammen aus dem Lobeke Nationalpark, der eine bedeutende Anzahl an Graupapageien beherbergt. Jedes Jahr werden in dieser Region ca. 15000 Vögel gefangen, wobei die Hälfte der Tiere schon auf dem Transportweg auf Grund schlechter Behandlung verendet. Die Papageienfänger transportieren die Tiere meist in der Nacht, um den zahlreichen gesetzlichen Kontrollen zu entgehen. Der Graupapagei steht in Kamerun unter höchstem Schutz und darf nur mit einer besonderen Genehmigung des Forst- und Tierschutzamtes gefangen werden. Im Jahr 2007 empfahl das Kommittee der CITES (1) ein zweijähriges Exportverbot für Graupapageien in fünf Ländern, darunter auch Kamerun. Jedoch ist diese Empfehlung der CITES und die Kenntnisnahme über die bedrohliche Situation der Graupapageien nicht bis zu den Papageienfängern durchgedrungen, für die nur der enorme Gewinn, den sie durch den Export der Vögel erzielen, zählt. Jedenfalls hat die brutale Enthauptung der Vögel Umweltschutzorganisationen in Aufruhr versetzt, so dass sich im Kampf um die Existenz der Graupapageien neue Fronten gebildet haben. „Die Verhaftung dieser berüchtigten Papageienfänger ist ein entscheidender Schritt, um diese bedrohliche Entwicklung im Südosten von Kamerun einzudämmen“, betonte der Leiter des Wildhüterbezirks.
(1) CITES = Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora
Quelle: „Cameroon: The Battle for Parrot Souls in Southeast“, The Post (Buea), 12. Mai 2008

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