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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Vogelgrippe-Erreger schlägt weltweit zu

Seit einigen Wochen häufen sich die Meldungen über weitere Fälle von Vogelgrippe, die Deutschland schon im November letzten Jahres erreicht hat. Nach Angaben des auf der Insel Riems ansässigen Friedrich-Loeffler-Instituts hat sich der hochpathogene Erreger H5N8 seit dem ersten Nachweis im russisch-mongolischen Grenzgebiet im vergangenen Sommer zunehmend verbreitet. Aktuell sind mit Asien, Afrika und Europas drei Kontinente vom Ausbruch der Vogelgrippe betroffen. Wissenschaftler sprechen mittlerweile sogar von einer Pandemie unter Wildvögeln.
„Die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist beachtlich“, warnte der Präsident des Friedrich-Löffler-Instituts. „Wir sehen im Moment keine Tendenzen zu einer Abschwächung, weder was die Zahl der gefundenen Vögel noch was die geografische Ausbreitung angeht.“ Anfang November wurde die gefährliche Variante der Vogelgrippe in der österreichischen und deutschen Bodensee-Region sowie auch in Schleswig-Holstein bei toten Wildvögeln entdeckt. Ab diesem Zeitpunkt verbreitete sich das H5N8-Influenzavirus mit rasender Geschwindigkeit und erreichte auch in Deutschland eine nie zuvor gekannte Ausbreitung. Bis Dezember wurden nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts 16 Ausbrüche in Geflügelhaltungen, davon vier in Zoos registriert. „Mittlerweile haben in Deutschland die Fälle bei Wildvögeln und Ausbrüche bei Geflügel und in zoologischen Einrichtungen ein nie zuvor gekanntes Ausmaß angenommen“, heißt es in der aktuellen Risikobewertung des Instituts.
Auch im Januar 2017 reißen die Berichte über die wachsende Anzahl der Vogelgrippefälle nicht ab. So wurden beispielsweise Anfang Januar 14.000 Puten im Landkreis Cloppenburg und 33.000 Junghennen im Salzlandkreis, bei denen der Erreger H5N8 nachgewiesen wurde, gekeult. Im Kreis Paderborn brach die Vogelgrippe in einem Geflügelbestand mit 40.000 Puten aus, die – wie auch die 12.000 Tiere im 300 Meter entfernten Nachbarhof und die 17.000 Tiere in einem zwei Kilometer entfernten Hof – getötet werden mussten. Im Land Brandenburg fiel dem Vogelgrippevirus erst vor wenigen Tagen ein Geflügelbestand mit 45.000 Tieren zum Opfer. Die Zahl der gemeldeten Ausbrüche geht weit über die genannten Beispiele hinaus und ein Ende der Seuchenausbreitung ist scheinbar nicht in Sicht. Das Friedrich-Löffler-Institut hat den deutschen Bundesländern inzwischen sogar dazu geraten, auch tote Säugetiere, die in Gebieten mit hohem Wildvogelaufkommen gefunden werden, auf den Erreger H5N8 zu untersuchen. Zwar gebe es, so der Präsident des Instituts, bisher noch keine Indizien für ein Übergreifen des Virus von Vögeln auf Säugetiere, aber würde es dennoch dazu kommen, müsse dies frühzeitig bemerkt werden. Wie es überhaupt zu der aktuellen Vogelgrippe-Welle kam, konnte nach Angaben des Instituts bisher noch nicht geklärt werden.
Quellen: „Forscher: Vogelgrippe hat sich mittlerweile zur Pandemie entwickelt“, der Standard, 11.12.2016 (http://derstandard.at); Meldungen Januar 2017 (http://www.animal-health-online.de/gross)

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