Papageienschutz aktuell-news

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Seltener Vogel zu Forschungszwecken getötet

Vor kurzem wurde ein männliches Exemplar einer der seltensten Vogelarten weltweit erstmals von einem amerikanischen Wissenschaftler fotografiert. Der Bartliest gehört zur tropischen Spezies der Eistaucher und fällt besonders durch sein farbenprächtiges Gefieder und seinen lauten Ruf auf. Die auf einer Insel im Osten von Papua-Neuguinea beheimatete Spezies galt seit jeher als ornithologische Besonderheit, von der bisher nur die weiblichen Exemplare bekannt waren. Museen beherbergen nur drei weibliche Exemplare, die vor mehr als einem halben Jahrhundert aufgespürt wurden. Mitte September dieses Jahres drangen Wissenschaftler vom American Museum of Natural History in New York schließlich bis in das abgelegene Hochland der Insel vor und entdeckten nach fast 20 Jahren erfolgloser Suche erstmals einen männlichen Bartliest. Die Forscher machten Fotos und töteten das Tier, um es zu Forschungszwecken mitzunehmen. Dieses zweifelhafte Vorgehen löste in Fachkreisen heftige Debatten aus, da das Sammeln solch seltener Tiere deren Existenz zusätzlich gefährdet. „Wann wird das Töten endlich aufhören? Die Biologie ist viel zu blutig“, warnte ein Evolutionsbiologe, der das Vorgehen der amerikanischen Wissenschaftler kritisierte. Die Forscher des New Yorker Museums versuchten Ihr Vorgehen damit zu rechtfertigen, dass sie nun erstmals Federn und Proben des seltenen Vogels für die Forschung zur Verfügung hätten. Nach ihren Angaben gibt es schätzungsweise noch tausende Brutpaare auf der Insel, was bisher aber leider nicht nachgewiesen werden konnte.

    „Rarer Vogel erstmals fotografiert – und getötet“, der Standard, 12.10.2015 (http://derstandard.at)

Kommentarfunktion ist deaktiviert

 

| Kontakt | Copyright © 2017 Papageienschutz aktuell | Impressum |