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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Vogelarten wichtig für Lebensraumerhaltung

Die oberflächliche Zerstörung der Regenwälder durch Abholzung und Raubbau ist nicht zu übersehen, während die Folgen der jahrhundertelangen Einflussnahme des Menschen auf die Entwicklung dieses empfindlichen Ökosystems meist nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Dies zeigte sich im Rahmen einer Studie, bei der Forscher der Universität von Sao Paulo ein Regenwaldgebiet untersucht haben, das schon im 19. Jahrhundert von Kaffee- und Zuckerrohrplantagen geprägt war. Sie sammelten dort über 9000 Samen verschiedener Assaipalmen-Populationen, die sich als wesentlich kleiner herausstellten als die Samen derselben Palmenart aus anderen, von Menschen nicht beeinflussten Waldgebieten. Nach Angaben der Wissenschaftler waren in diesem Fall weder klimatische Bedingungen noch unzureichende Bodenfruchtbarkeit für die kleineren Samen verantwortlich, sondern eher das Fehlen großer Vogelarten wie beispielsweise der Tukane. Diese waren nämlich mit Hilfe ihrer größeren Schnäbel in der Lage, auch große Samen weiterzutragen, wurden aber durch die Ausdünnung der Regenwälder nach und nach vertrieben. Die trotz der Lebensraumzerstörung noch verbleibenden kleineren Vogelarten konnten hingegen nur die kleineren Samen verbreiten und so lediglich zum Wachstum von kleineren Palmen beitragen. Dies zeigt nach Angaben der Forscher, dass der Einfluss des Menschen auf ein Ökosystem wie den Regenwald schon in kurzer Zeit evolutionäre Veränderungen mit weitreichenden Folgen auslösen kann. Die Palmensamen benötigten im untersuchten Gebiet gerade mal 100 Jahre, um bedeutend kleiner auszufallen. Dies ist nach Aussage der an der Studie beteiligten Wissenschaftler jedoch nur ein Fallbeispiel, denn die Ausrottung großer Wirbeltiere in ihren natürlichen Lebensräumen hat oftmals unabsehbare Veränderungen zur Folge. Sie gehen davon aus, dass vom Menschen ausgelöste Veränderungen der Habitate eine Tierart etwa hundertmal schneller aussterben lassen, als ein natürlicher evolutionärer Prozess dies je könnte.

Quelle: „Ohne große Vögel keine großen Palmen“, der Standard, 31.05.2013 (http://derstandard.at)

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