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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Graupapageien verfügen über logisches Denkvermögen

Ein deutsch-österreichisches Forscherteam hat im Rahmen einer Studie Versuche mit sechs Graupapageien durchgeführt, um Erkenntnisse über die Intelligenz von Papageien zu erlangen. Dabei hielten die Wissenschaftler den Vögeln zwei undurchsichtige Plastikbecher hin und schüttelten diese. In einem der Becher klapperte eine Nuss, während der andere Becher leer war. Die Graupapageien erkannten die Situation und drehten den Becher, aus dem das Geräusch kam, mit dem Schnabel um und kamen so an die Nuss heran. Den anderen Becher ignorierten die Tiere. Beim nächsten Versuch schüttelten die Forscher nur einen der beiden Becher und verursachten dabei keinerlei Geräusch. Die Graupapageien begriffen, dass es sich dabei um den leeren Becher handelte und steuerten auf den anderen zu, in dem die Nuss versteckt war. Unabhängig davon, ob die Forscher nun beide Becher, den leeren oder den vollen Becher schüttelten, die Papageien erkannten dass die Becher, die keine Geräusche verursachten, leer waren und folglich der jeweils andere Becher die Nuss enthielt. Diese Fähigkeit, in einer bestimmten Situation auf Anhieb die richtige Schlussfolgerung zu treffen, wurde bisher nur bei Menschenaffen und Kindern ab drei Jahren beobachtet. Nach Angaben der an der Studie beteiligten Wissenschaftler ist damit bewiesen, dass Graupapageien über logisches Denkvermögen verfügen. Dabei soll das kleinere Vogelhirn keineswegs von Nachteil, sondern die Gehirngröße im Verhältnis zum Körper ausschlaggebend sein. „Hier liegen Krähenvögel und manche Papageien mit der relativen Hirngröße im Bereich von Schimpansen, und die geistige Leistungsfähigkeit ist ebenfalls vergleichbar“, erklärten die Wissenschaftler. Allerdings konnten die Graupapageien besser erkennen, wo die Nuss versteckt war, wenn die Becher waagerecht und nicht von oben nach unten geschüttelt wurden. Diese Einschränkung rührt vermutlich daher, dass die Auf- und Abbewegung die Vögel irritierte, weil diese ihre natürlichen Kopfbewegungen nachahmten. In weiteren Versuchsanordnungen wollen die Wissenschaftler künftig noch mehr Informationen über die Intelligenz von Papageien sammeln.

Quelle: „Der Logiker unter den Papageien“, der Standard, 08.08.2012 (http://derstandard.at)

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