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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Illegale Vogeljagd auf Zypern nimmt kein Ende

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein Dachverband Bird Life haben den Mittelmeerstaat Zypern, der inzwischen die EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat, aufgefordert, seine massive Jagd auf Zugvögel zu stoppen. „Jedes Jahr verenden auf Zypern fast drei Millionen Zugvögel, weil bestimmte Vogelarten in Restaurants als angebliche Delikatesse auf dem Tisch landen“, klagte der Präsident des NABU. Zypern setzt für die Vogeljagd Leimruten und die sogenannten Japannetzte, die nach EU-Recht verboten sind, ein. “Zypern hat sich mit dem Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 2004 dazu verpflichtet, die EU-Vogelschutzrichtlinie umzusetzen. Doch davon ist das Land noch weit entfernt“, kritisierte der NABU-Präsident. Die Vogelschutzorganisation Bird Life Zypern beobachtet den illegalen Vogelfang seit 2002 akribisch. Dabei zeigte sich, dass allein im Jahr 2011 etwa 2,8 Millionen Vögel auf der Insel getötet wurden und obwohl es die Vogelfänger nur auf einige wenige Arten abgesehen haben, fangen sie in der Regel mehr als 150 Vogelarten, von denen etwa 78 gefährdet sind. So verenden auf Zypern nicht nur massenweise Mönchsgrasmücken, Rotkehlchen und Nachtigallen, sondern auch seltene Vögel wie Bienenfresser oder Wiedehopfe. In den verbotenen Netzen und Leimruten, die zur Vogeljagd eingesetzt werden, landen vor allem sämtliche kleineren Vogelarten. „Diese illegalen Fangmethoden führen zu einem Vogelmord riesigen Ausmaßes. 2,8 Millionen tote Zugvögel haben zudem erhebliche Auswirkungen auf jene Arten, die wir als Brutvögel in Deutschland mit großem Aufwand zu schützen versuchen“, klagte der NABU-Präsident. Der illegale Vogelfang auf Zypern hat sich mittlerweile zu einem lohnenden Geschäftszweig entwickelt, der größtenteils durch eine Art Mafia kontrolliert wird. Durch den illegalen Verkauf gefangener Vögel an Restaurants, wo diese als Delikatessen angeboten werden, verdienen die Drahtzieher jährlich mehrere Millionen Euro. Der Naturschutzbund Deutschland hat daher den Bundesumweltminister aufgefordert, diesen Skandal bei anstehenden Gesprächen mit der EU-Ratspräsidentschaft zu thematisieren und eine Lösung des Problems zugunsten der Vögel herbeizuführen.
Quelle: „Rotkehlchen sind keine Delikatesse“, Naturschutzbund Deutschland, 10.07.2012 (www.nabu.de)

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