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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Kondor in Gefahr

Ganze Vogelpopulationen wie etwa der kalifornische Kondor geraten in Gefahr, weil sie mit den angeschossenen Kadavern toter Tiere Bleimunition aufnehmen. Die kalifornischen Kondore werden inzwischen sogar ständig überwacht und sogar ihr Blut wird zweimal pro Jahr untersucht, um Bleivergiftungen rechtzeitig entdecken und die Vögel entsprechend behandeln zu können. Dennoch sterben immer wieder viele Tiere an Bleivergiftungen. Seit 1997 musste die Hälfte aller Tiere, die in freier Wildbahn leben, gegen Bleivergiftung behandelt werden. Die Intensität der langanhaltenden oder meist sogar chronischen Vergiftungen kann durch Federanalysen nachgewiesen werden. Ohne ein entsprechendes Zuchtprogramm und die Auswilderung der Kondore, würde sich die Population wie schon einmal im Jahre 1982, als es nur noch 22 Tiere dieser Art gab, wieder vermindern und wahrscheinlich aussterben. Bis Ende 2010 wuchs die Population wieder auf 400 Vögel an, von denen die Hälfte in Gefangenschaft lebt. „Wir werden nie eine frei lebende und sich selbst erhaltende Kondor-Population haben, wenn wir das Problem nicht lösen“, warnte eine Toxikologin der kalifornischen Universität. Gesetze, die eine Verwendung von Bleimunition verbieten, sind allerdings schwer durchzusetzen. Seit 2008 wird die Bleimunition zwar in Kondor-Gebieten teilweise verboten aber dadurch ist die Lage nicht entschärft, weil schon wenige mit Blei vergiftete Kadaver verheerende Auswirkungen auf die Aasfresser unter den Vögeln haben. Dieses Problem ist auch aus Europa bekannt, wo nachweislich Greifvögel wie Stein- und Seeadler vor allem in Österreich auf Grund einer Bleivergiftung verendet sind. „Die Jäger müssten auf Stahl- oder Plastikmunition umstellen“, erklärte ein Biologe der Vogelschutzorganisation Birdlife Österreich. „In anderen Ländern, etwa in Deutschland, funktioniert das.“ Allein in Österreich werden jährlich 600 Tonnen Blei verschossen, ein großer Teil davon auf Schießplätzen aber auch dort werden im Gegensatz zu manchen anderen Ländern nicht einmal die Plätze saniert, um die Vögel zu schützen.

Quelle: „Der Kondor am Rande des Abgrunds“, der Standard, 26.06.2012 (http://derstandard .at)

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