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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Waldrappe aus dem Süden zurückgekehrt

Waldrappe, die von einem österreichischen Wissenschaftler-Team mit Sendern ausgestattet worden waren, haben zu Frühlingsbeginn ein WWF-Schutzgebiet in Italien verlassen und sind über die Alpen bis nach Deutschland geflogen. Von den ursprünglich acht schwarzen Ibisvögeln haben sich vier in Bayern niedergelassen, darunter ein Brutpaar. Die übrigen Tiere sind noch in anderen Gebieten Deutschlands und Österreichs unterwegs. Die Forscher versuchen jetzt herauszufinden, wo sich die aktuellen Futterplätze und Nachtquartiere dieser Waldrappe befinden und haben die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Da der Sender der Vögel nur einmal pro Tag Daten übermittelt, sind die Wissenschaftler auf die Sichtung der Tiere durch die Bevölkerung angewiesen. Das Überleben der Waldrappe in freier Wildbahn ist extrem gefährdet. Diese Vogelart galt vor rund 400 Jahren sogar in Europa als völlig ausgestorben. Hauptgrund für das Verschwinden des Vogels war eine intensive Bejagung. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte man wieder die ersten Waldrappe im Nahen Osten, wo es heute jedoch nur sehr wenig frei lebende Exemplare gibt. Das Waldrapp-Team sowie verschiedene Partnerorganisationen, darunter auch der Salzburger Zoo, versuchen nun mit vereinten Kräften, das Überleben dieser seltenen Vogelart zu sichern. Jungtiere aus Zoonachzuchten werden beispielsweise von Menschen aufgezogen und darauf trainiert, einem Ultraleichtflugzeug zu folgen. Auf diese Weise lernen sie die Zugroute in ein geeignetes Winterquartier südlich der Alpen kennen. Mittlerweile fliegen von dort schon die ersten Waldrappe mit Erfolg selbständig nach Österreich und Deutschland zurück.

Quelle: „Waldrapp-Sichtungen in Österreich bitte melden!“, der Standard, 30.05.2012 (http://derstandard.at)

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