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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Seltener Mauritiussittich durch Virusinfektion gefährdet

Ein Forscher-Team der Universität in der englischen Grafschaft Kent haben inzwischen neue Erkenntnisse über ein Virus gewonnen, das die Existenz des seltenen Mauritiussittichs extrem gefährdet. Diese Papageienart ist nur auf der Insel Mauritius beheimatet und gilt heute als der seltenste Vogel weltweit. Vor etwa 30 Jahren konnte der vom Aussterben bedrohte Papagei dank der Arbeit, die internationale Wissenschaftler und Naturschützer leisteten, im letzten Moment gerettet werden. Doch der Ausbruch der tödlichen Schnabel- und Federkrankheit bringt den Mauritiussittich nun wieder an den Rand der Ausrottung. Die Wissenschaftler des Instituts für Naturschutz und Ökologie der Universität in Kent konnten für ihre Untersuchungen auf DNA-Proben infizierter Mauritiussittiche, die im Laufe der Jahre archiviert wurden, zurückgreifen, um mehr über die Entwicklung des weltweit kleinsten Circovirus zu erfahren. „Circoviren gehören zu den kleinsten und einfachsten DNA Viren und bisher fehlte das detaillierte Wissen über ihre Entwicklung weitgehend, aber durch den Ausbruch der Schnabel- und Federkrankheit bot sich dem Forscher-Team jetzt ironischerweise die seltene Gelegenheit, anhand einer wild lebenden Population einen genaueren Einblick in die Evolution des nur wenig bekannten Virus zu gewinnen“, erklärte der Leiter des Forscher-Teams. Nach Angaben des Teamleiters tötete das Virus in den letzten Jahren seit dem Ausbruch der Seuche sowohl gefangene als auch wild lebende Mauritiussittiche, deren genaue Anzahl nicht bestimmbar ist. Die Untersuchungen der jährlich entnommenen Blutproben von Mauritiussittichen ergaben, dass unmittelbar vor dem Ausbruch der Infektion in einem Gen des Erregers, das an der Virusreplikation beteiligt ist, zwei Mutationen stattgefunden hatten. In welcher Form diese Genveränderungen an dem Ausbruch der Infektion beteiligt sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch unklar. Besonders erstaunlich war nach Angaben der Wissenschaftler die Tatsache, wie schnell der mutierte Erreger die bisherigen viralen Genotypen bei der Infektion einer wildlebenden Population überholt hat. „Dieses Phänomen, als selektive Verschiebung des DNA Gehaltes einer Population bekannt, wurde niemals zuvor so detailliert bei einem Virus beobachtet, der eine wildlebende Population infiziert hat“, erklärte der Leiter des Forscher-Teams. Verschiedene Organisationen und Wissenschaftler richten nach diesen neuen Erkenntnissen nun den Fokus ihrer Untersuchungen auf das Immunsystem des Mauritiussittichs. Diese Forschung ist ein wesentlicher Bestandteil der weiteren Bemühungen auf internationaler Ebene, die Regierung von Mauritius bei der Rettung dieser seltenen Papageienart zu unterstützen.
„Virus threatening critically endangered Mauritius parakeets“, Wildlife Extra, März 2012 (http://www.wildlifeextra.com/go/news)

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