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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Neuer Krankheitserreger tötet Taubenbestände

In den vergangenen Jahren haben Berliner Taubenzüchter immer wieder beobachtet, dass ihre Taubenbestände innerhalb kürzester Zeit verendeten, nachdem die Tiere zunächst durch unkoordinierte Bewegungen und plötzliche Flugunfähigkeit auffielen. Veterinärmediziner der Freien Universität Berlin untersuchten daraufhin die Gewebeproben der verendeten Vögel und entdeckten einen völlig neuen Krankheitserreger. Die Parasiten hatten sich in den Muskeln der Tauben eingenistet und im Muskelgewebe Zysten gebildet. Der genetische Fingerabdruck des Erregers war bisher noch nirgendwo aufgetaucht, weder in Lehrbüchern noch in wissenschaftlichen Datenbanken oder Dokumentationen. Wissenschaftler fanden bei weiteren Untersuchungen heraus, dass die Tauben nur die Zwischenwirte für den neuen Krankheitserreger sind, der sich über eine längere Zeit im Gewebe der Tiere aufhält, bevor er schließlich eine tödliche Hirnentzündung auslöst. Verbreitet wird der Erreger hauptsächlich über Greifvögel, für die durch den Parasiten geschwächte Tauben eine leichte Beute sind. „Frisst ein Raubvogel eine erkrankte Taube, nistet sich der Parasit über Jahre in dessen Darmzellen ein. Er vermehrt sich dort und scheidet in großer Anzahl Sporen aus“, erklärte einer der Wissenschaftler. Mit dem Kot der Greifvögel, der ins Futter oder Trinkwasser gelangen kann, infizieren sich schließlich weitere Tauben. „Um die Verbreitung des Parasiten zu stoppen, müsste man auf der Welt sämtliche Tauben von den Greifvögeln trennen“. Nach Angaben der Wissenschaftler tritt der neue Erreger bisher nur zwischen diesen beiden Vogelarten auf und ist scheinbar für andere Tiere oder Menschen bislang nicht als gefährlich einzustufen. Der Grund des Infektionsausbruchs in Berlin ist noch ungeklärt, jedoch gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Mensch die Ausbreitung begünstigt. Brieftaubenzüchter und Falkner schicken ihre Tiere auf weltweite Reisen, so dass sich fremde Arten begegnen, die sich gegenseitig mit neuartigen Erregern infizieren. „Ihr Zusammentreffen verbreitet und verändert Krankheiten und lässt neue entstehen“, warnt der Wissenschaftler.

Quelle: „Rätsel um Taubensterben gelöst: Wissenschaftler entdecken neuen Krankheitserreger“, aho Redaktion Kleintiere & Pferde, 09.04.2012 (http://www.animal-health-online.de/klein)

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