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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Kleiner Singvogel ist echter Langstreckenflieger

Ein internationales Ornithologen-Team hat erstaunliches über den Steinschmätzer, einem kleinen gerade mal 25 Gramm leichten Singvogel, herausgefunden. Bisher war nicht klar, wo der kleine insektenfressende Vogel, der in weiten Teilen Europas aber auch in Grönland, Sibirien, Alaska und Nordostkanada vorkommt, üblicherweise den Winter verbringt. Das Forscher-Team vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven hat im Zuge einer Studie Steinschmätzer in Alaska und Ostkanada mit sogenannten Helldunkel-Geolokatoren ausgestattet. Dabei handelt es sich um ultraleichte Flugschreiber, die auf der Reise der Vögel über eine Fotozelle den täglichen Sonnenauf- und Sonnenuntergang aufzeichnen. Aus dem Zeitpunkt von Mittag und Mitternacht konnten die Wissenschaftler die geografische Länge und aus der Tageslichtdauer und der Nachtlänge die geografische Breite ermitteln. Die mit den Geolokatoren ausgestatteten Singvögel wurden nach der Rückkehr in ihre Brutgebiete wieder eingefangen, um die Flugschreiber für die Auswertung der Daten wieder zu entfernen. Die Daten ergaben, dass die in Alaska brütende Steinschmätzer-Population im östlichen Afrika, also in einem Gebiet vom Sudan bis Kenia, überwintert. Die Vögel flogen quer durch Asien und über die Arabische Halbinsel und legen somit rund 30.000 km pro Jahr zurück, um ihre Winterquartiere zu erreichen. Die Flugroute der Steinschmätzer aus Alaska ist also der bisher längste bekannte Zugweg eines Singvogels, der sich in diesem Fall als echter Langstreckenflieger bewiesen hat. Die Vögel, die nur in der Nacht flogen, schafften Strecken von bis zu 450 km pro Nacht. Die Steinschmätzer-Population aus Ostkanada wählte hingegen eine andere Flugroute – sie zogen im Herbst zunächst über einen Teil des Nordatlantiks nach Nordwesteuropa und von dort weiter in ihr Winterquartier im westafrikanischen Mauretanien.

„Bis zu 450 Kilometer pro Nacht“, Der Standard, 15.02.2012 (http://derstandard.at)

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