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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Vom Aussterben bedrohter Vogel abgeschossen

Der Waldrapp gehört zur Familie der Ibisse und war einst in Europa weit verbreitet. Im 17. Jahrhundert starb diese Vogelart auf Grund intensiver Bejagung in Mitteleuropa aus. Aktuell werden verschiedene Wiederansiedelungsversuche durchgeführt, um den Waldrapp als Brutvogel in Europa wieder zu etablieren. Erst kürzlich zogen vier junge Waldrappe, die einer Vogelgruppe der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle im österreichischen Grünau angehörten auf Grund einer sogenannten „Zugunruhe“ in Richtung Süden. Jedoch verschwanden zwei Vögel während ihrer Reise und Vogelschützer fanden den Kadaver von einem der jungen Waldrappe auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebs in der Nähe einer italienischen Stadt. Bei den folgenden Untersuchungen des toten Vogels stellte sich heraus, dass er durch Bleikugeln getötet worden war. Möglicherweise ist auch das zweite verschwundene Tier, das man bisher nicht aufgefunden hat, erschossen worden. Einer der vier jungen Waldrappe aus Österreuch konnte inzwischen wieder eingefangen werden. Der andere überlebende Vogel soll ebenfalls eingefangen und mit seinem Artgenossen in die Toskana gebracht werden, wo bereits eine Kolonie von etwa 50 Vögeln existiert. Der Versuch, den Waldrappen den Vogelzug aus Österreich in ihr toskanisches Winterquartier wieder beizubringen, ist Bestandteil des Wiederansiedelungsprojekts. Um zu einem geeigneten Winterquartier zu fliegen, benötigen die unerfahrenen Jungtiere allerdings die Begleitung einens erfahrenen Artgenossen oder die Hilfe der Wissenschaftler, die den Vogelzug mit Leichtflugzeugen anführen. Immer wieder gehen dabei  einige der seltenen Waldrappe verloren, da sie während der Jagdsaison in Italien abgeschossen werden.

Quelle: Oberösterreichischer Waldrapp in Italien abgeschossen“, Der Standard, 22.12.2011 (http://derstandard.at)

 

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