Papageienschutz aktuell-news

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Tropenvirus vernichtet weiterhin Amselbestände

Papageienschutz aktuell berichtete im September über die Entdeckung des afrikanischen Usutu-Virus in einer toten Amsel in Hessen (1) – inzwischen wurden jedoch schon 168 verendete Vögel untersucht, bei denen das Virus größtenteils nachgewiesen werden konnte. Unter den 168 Vögeln, die vom  Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und anderen Untersuchungsstellen auf eine Infektion mit dem gefährlichen Erreger getestet wurden, befanden sich 113 Amseln und 55 Exemplare anderer Vogelarten. Bei 60 Prozent der eingesandten Amseln konnte das Tropenvirus sicher nachgewiesen werden, während die übrigen Amseln auf Grund verschiedener anderer Ursachen verendet waren. Vermutlich ist aber nicht nur diese Art betroffen, sondern in geringerem Umfang auch andere Vögel. So entdeckte man das Usutu-Virus in Einzelfällen auch beim Haussperling und Star sowie erstmalig in Europa bei zwei Eisvögeln. Räumlich beschränken sich die meisten Fälle scheinbar auf die Flusstäler von Rhein und unterem Neckar und das nahe liegende Umland, während man in benachbarten Regionen und höher gelegenen Gebieten bisher noch keinen oder nur geringen Amselschwund, der jedoch nicht auf das Virus zurückgeführt werden konnte, beobachtete. Aus welchem Grund vorwiegend Amseln von dem Virus befallen werden, konnte bisher nicht geklärt werden. Die Infektionen durch das afrikanische Usutu-Virus, das durch Stechmücken übertragen wird, treten aber möglicherweise in der winterlichen Jahreszeit durch geringere Stechmückenaktivitäten wieder in den Hintergrund. Nach Angaben des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) ist es dringend erforderlich, die Winterbestände der Amsel an ihren Schlaf- oder Futterplätzen genau zu beobachten und zu dokumentieren, um mögliche Bestandsveränderungen aufzudecken. Dazu soll vor allem auch die Wintervogelzählung des NABU im Januar des nächsten Jahres neue Erkenntnisse liefern.

(1)  „Tropenvirus in toter Amsel entdeckt“, Papageienschutz aktuell, 16.09.2011
Quelle: „Mittlerweile 168 tote Vögel untersucht“, NABU Baden-Württemberg, 19.10.2011 (http://baden-wuertemberg.nabu.de)

 

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