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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Dohlen aus gewohntem Lebensraum verdrängt

Die Dohle, ein früher weit verbreiteter Steppenvogel,  ist zwar noch nicht unmittelbar in ihrer Existenz gefährdet, in manchen Regionen aber inzwischen selten geworden. Die mit Raben und Krähen verwandte Art lebt bevorzugt in menschlicher Nachbarschaft auf hohen Gebäuden, Kirchtürmen oder Industriekaminen und findet reichlich Nahrung in Form von Käfern, Heuschrecken, Würmern und Schnecken auf den Weiden, Feldern und Wiesen. Daher waren sie für die Landwirtschaft nützliche Helfer bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung. Doch mit dem Verlust von immer mehr Grünlandflächen und dem vermehrten Einsatz von Pestiziden in der großflächigen Landwirtschaft, verliert die Dohle nach Angaben der Vogelexperten zunehmend ihre Nahrungsgrundlage. „Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit an Dörfer und Städte findet sich die Dohle auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die hohe Pestizidbelastung und fehlende Brutmöglichkeiten lassen die Bestände schwinden“, berichtete die Organisation BirdLife Österreich. Die Dohle nutzt als Höhlen- und Nischenbrüter vorzugsweise Fels- und Lehmwände sowie auch Astlöcher und verlassene Schwarzspechthöhlen, die es jedoch in der Form nur noch selten gibt. Darüberhinaus tragen auch zunehmende Gebäudesanierungen zum Rückgang der Dohlen bei, da den Vögeln durch diese Maßnahmen Brutplätze in Nischen, Mauerlöchern und Dachstühlen versperrt werden. Die Erhaltung und Neuschaffung von Lebensräumen ist also unerlässlich, um die Existenz dieser Vogelart in Zukunft zu sichern. Dazu ist es nach Angaben der Vogelexperten äußerst wichtig, naturnahe Altholzbestände und „Höhlenbäume“ zu schützen. Weitere Nistplätze könnten beispielsweise auch in alten Parkbäumen geschaffen werden.

Quelle: „Gebäudesanierungen und Pestizide drängen die Dohle zurück“, Der Standard, 14.10.2011 (http://derstandard.at)

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