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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Tierschützer gegen Vogelfang-Tradition

Im österreichischen Salzkammergut wird die jahrhundertealte Tradition des Vogelfangs, die 2010 offiziell in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen wurde, auch in diesem Jahr wieder praktiziert. Bis Mitte November stellen vier Bezirkshauptmannschaften sogenannte naturschutzrechtliche Fangbewilligungen aus, die den Anhängern dieser Tradition den Fang einheimischer Singvögel erlauben. Im Herbst fangen sie verschiedene Singvögel wie beispielsweise Gimpel, Zeisige, Stieglitze oder Fichtenkreuzschnäbel, um die Vögel den Winter über in Käfigen zu halten und anschließend auszustellen. Die schönsten Vögel werden schließlich auf Grund ihrer Farbenpracht und ihres einwandfreien Pflege- und Gesundheitszustands prämiert. Erst im Frühjahr werden die Singvögel mit Ausnahme der Tiere, die während jeder Fangsaison immer wieder als Lockvögel herhalten müssen, freigelassen. Tierschützer kämpfen gegen diese Tradition und werfen den zuständigen  Behörden vor, das Bundestierschutzgesetz mit der Ausstellung der naturschutzrechtlichen Fangbewilligungen bewusst zu umgehen. Nach Angaben der Tierschützer hat ein von Fachleuten erstelltes Gutachten ergeben, dass die Tiere durch die traditionellen Vogelfang-Aktionen  einer hohen Stressbelastung sowie einer vermehrten Verletzungs- oder sogar Todesgefahr ausgesetzt sind. Anzeigen gegen die Vogelfänger wurden in den letzten Jahren von den lokale Behörden jedoch immer wieder abgewiesen. Die Tierschützer, die den Singvogelfang als Vogelquälerei bezeichneten, kündigten dennoch an, ihren Widerstand gegen die Vogelfangtradition im Salzkammergut fortzusetzen.

Quelle: „Brauchtumsanhänger nehmen wieder Singvögel ins Visier“, Der Standard, 15.09.2011 (http://derstandard.at)

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