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Überreste eines urzeitlichen Vogelgiganten entdeckt

In der Atacama Wüste im Norden von Chile entdeckte ein deutsch-chilenisches Wissenschaftlerteam die fossilen Überreste eines riesigen Urvogels, der vor fünf bis zehn Millionen Jahren in der Küstenregion des heutigen Chile lebte. Der Vogel muss bei einem überraschenderweise eher niedrigen Lebendgewicht von 16 bis 29 kg eine Flügelspannweite von über fünf Metern gehabt haben. Die Forscher haben das Fossil, bei dem es sich um den bisher besterhaltenen Fund eines sogenannten Pseudozahnvogels handelt, als eine neue Art dieser Urvogelgruppe beschrieben. Eine Rekonstruktion des riesigen Urvogels befindet sich im Frankfurter Seckenberg Naturmuseum. Der gut erhaltene Kiefer des Fossils zeigt zahnähnliche Knochenfortsätze, bei denen es sich nach Angaben der Forscher aber nur um Pseudozähne handelt, die sich anatomisch von echten Zähnen unterscheiden. Sie gelten als charakteristisches Merkmal dieser ausgestorbenen Vogelgruppe, die mit Hilfe dieser Pseudozähne im Flug Tintenfische und andere schwer greifbare Nahrung von der Meeresoberfläche aufnehmen konnte. „Obwohl diese Tiere wie Kreaturen aus Jurassic Park wirken, waren es bereits echte Vögel“, erklärte einer der deutschen Wissenschaftler des Senckenberg-Museums. Andere Funde von Pseudozahnvögeln belegen, dass diese Vogelgruppe schon vor 50 Millionen Jahren existierte und auf allen Kontinenten vorkam. Das Fossil aus Chile ist zu 70 Prozent noch fast vollständig erhalten und gilt damit als bisher sicherster Beweis für die über Größe und Anatomie dieser Urvögel gewonnenen Erkenntnisse. Die Flügelknochen lassen auf eine Flügelspannweite von mindestens 5,20 Metern schließen. Die aus den Untersuchungen resultierenden Ergebnisse hinsichtlich der Maximalgröße, die ein fliegender Vogel überhaupt erreichen kann, ist für die Wissenschaft von großer Bedeutung, da sich daraus wichtige Rückschlüsse über die Evolution der Vögel und auch über die Physik des Vogelflugs ziehen lassen.

Quelle: „Vogelgigant mit kräftigem Gebiss entdeckt“, Der Standard, 17.09.2010 (http://derstandard.at)

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