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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Habichtskauz erfolgreich wiederangesiedelt

Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes, das in Österreich jetzt schon im dritten Jahr durchgeführt wird, soll bald der fünfzigste nachgezüchtete Habichtskauz ausgewildert werden. Der Habichtskauz galt seit Mitte des 20. Jahrhunderts in Österreich als ausgestorben. Ursache für sein Verschwinden war hauptsächlich die Zerstörung seiner natürlichen Lebensräume aber auch die Tatsache, dass dieser, den Menschen gegenüber nicht besonders scheue  Vogel, vermehrt  abgeschossen wurde. Seine Hauptverbreitungsgebiete sind Skandinavien und der russische Taigagürtel, während in Mittel- und Südeuropa lediglich noch eine Restpopulation existiert. Der Habichtskauz, bei dem es sich um eine große Eule handelt, lebt vorwiegend in Wäldern mit offenem Baumbestand und am Rande von Lichtungen in Kahlschlag- oder Moorgebieten. Wälder mit dichtem Baumbestand meidet diese Art weitgehend, da sie mit einer Flügelspannweite von etwa 1,25 m viel Raum zum Fliegen und für die erfolgreiche Jagd auf ihre Beute benötigt. Da es sich bei dem Habichtskauz um einen Höhlenbrüter handelt, bevorzugt er für das Errichten seiner Nistplätze große, alte Bäume. Im Jahre 2009 startete das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich, den Bundesforsten und der Stadt Wien das Wiederansiedlungsprojekt, das zusätzlich von über 20 zoologischen und privaten Institutionen  unterstützt wird. Seitdem werden jeden Frühsommer junge Nachzuchten, die mit Sendern ausgestattet werden, in Regionen ausgewildert, die ihnen urwaldartige Lebensräume und natürliche Brutplätze bieten. In den bewirtschafteten Wäldern wurden zahlreiche Nistkästen in hohen Bäumen angebracht, damit die Habichtskäuze sich auch dort vermehren können. Mittlerweile haben sich nach Angaben der am Projekt beteiligten Wissenschaftler schon erste Paare gebildet, allerdings bisher noch ohne Fortpflanzungserfog. Den momentan noch ausbleibenden Bruterfolg führen die Forscher auf zwei fruchtlose Jahre der Buche zurück, die einen Mangel an Mäusen, die  bevorzugt die Rinde dieser Bäume abnagen und die Hauptnahrung der Habichtskäuze sind,  zur Folge hatten. Dadurch hat sich das Nahrungsangebot für den Habichtskauz stark verringert. Dennoch hoffen sie, dass der „natürliche“ Nachwuchs der seltenen Vogelart nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Quelle: „Der Habichtskauz soll wieder heimisch werden“, Der Standard, 02.05.2011 (http://derstandard.at)

 

 

 

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