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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Freilaufende Hunde gefährden Vögel in Brutgebieten

Gerade jetzt, wo der Frühling so langsam in Sicht ist und die Vögel aus ihren Winterquartieren im Süden nach Deustchland zurückkehren, beginnt für viele Vogelarten eine kritische Phase. Die Tiere beginnen mit der Brutpflege und Aufzucht ihrer Jungen, während Spaziergänger die ersten Sonnenstrahlen in der freien Natur genießen. Doch immer wieder verlassen Spaziergänger, die in den Naturschutzgebieten unterwegs sind, die für sie vorgesehenen Wanderwege und viele von ihnen lassen ihre Hunde dort frei laufen. Mit diesem rücksichtslosen Verhalten gefährden sie den natürlichen Lebenskreislauf der Vögel in ihren Brutgebieten erheblich. Der nordrheinwestfälische Kreis Paderborn appellierte daher auch in diesem Jahr wieder an seine Besucher, sich besonders in den Naturschutzgebieten der Tier- und Pflanzenwelt gegenüber rücksichtsvoll zu verhalten und nicht verbotenerweise die Wege zu verlassen. Für Hunde besteht Anleinpflicht und wer sich nicht an diese Bestimmung hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die durchaus mit einem Bußgeld geahndet werden kann. „Diese Einschränkungen mindern für den Menschen nicht die Freude an der erwachenden Natur, sind aber für die Tierwelt, die in Naturschutzgebieten oftmals ihre letzten Rückzugs- und Lebensräume in einer ansonsten intensiv genutzten Landschaft haben, überlebenswichtig“, erklärte eine Mitarbeiterin  vom Umweltamt des Kreises Paderborn. In den kommenden Wochen werden Zugvögel wie die Kiebitze, die im Kreis Paderborn brüten, dort ankommen und die Brutreviere besetzen. Auch Arten wie der Eisvogel, die im Winter die heimische Region gar nicht erst verlassen, suchen sich hier ihre Brutplätze. Der farbenprächtige Eisvogel – häufig auch als fliegender Edelstein bezeichnet, der seine Brutröhren in natürlichen Ufersteilwänden anlegt,  gehört zu den gefährdeten Arten der Region. Besonders Hundebesitzer, die abseits der Wege unterwegs sind, gefährden die Vögel durch ihre freilaufenden Tiere. Oftmals versuchen die Hunde, die Brutröhren des Eisvogels, an die sie herankommen können, aufzugraben. „Der Eisvogel ist wegen der hohen Verluste im Winter und der generell hohen Sterblichkeit der Jungvögel innerhalb des ersten Lebensjahres darauf angewiesen, in einer Brutsaison besonders viele Nachkommen in mehreren Bruten hintereinander aufzuziehen, um den Bestand zu erhalten“, erläuterte die Mitarbeiterin des Umweltamtes. Kiebitz und großer Brachvogel, die nur eine Brut pro Jahr aufziehen, sind dabei besonders gefährdet, da sie ihre Nester auf dem Boden anlegen, die von stöbernden Hunden entdeckt werden können. Wird das Gelege wegen derartiger Störungen dann in der Brutzeit von den Elterntieren aufgegeben, sind meist auch die Jungen verloren. Katzen sind ebenfalls eine Gefahr für die Vögel, da sie diese jagen und auf Bäume klettern, um ihre Nester auszunehmen. Katzenbesitzer müssen zum Schutz der Vögel also ebenfalls darauf achten, dass sich ihre Tiere nicht in Naturschutzgebieten aufhalten.

Quelle: „Gefahr für den fliegenden Edelstein: Kreis Paderborn erinnert an Leinenzwang für Hunde in Naturschutzgebieten“, aho Redaktion Kleintiere & Pferde, 05.03.2011 (www.animal-health-online.de/klein)

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