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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Nashornvögel sichern das Überleben tropischer Baumarten

Ein deutsches Forscherteam lieferte jetzt den Nachweis, dass Vögel auch bei der Ausbreitung tropischer Waldbaumarten in den Wald-Agrarlandschaften aktiv mitwirken. Die Wissenschaftler hatten  im Zuge ihres Forschungsprojektes Nashornvögel  in den tropischen Wäldern Südafrikas mit GPS-Sendern ausgestattet, um die Strecken, die sie mit den Samen zurücklegen zu verfolgen. Bei dieser Art handelt es sich um den größten Früchte fressenden Vogel in Südafrika. Die Untersuchungen sollten Aufschluss darüber geben, ob die Vielfalt der Pflanzenarten trotz Fragmentierung der Wälder, die teilweise landwirtschaftlich genutzten Flächen weichen mussten, erhalten bleiben kann. Durch die weltweite Aufspaltung der Waldgebiete in Agrarlandschaften und Waldflächen werden Pflanzen von ihren Artgenossen isoliert, was die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen nach Angaben der Wissenschaftler erschwert. Die Pflanzen sind daher für den erfolgreichen  Austausch und Transport von Nachkommen und Genen zwischen den verschiedenen Waldgebieten, die durch die vom Menschen angelegten Nutzflächen unterbrochen sind, auf fremde Hilfe angewiesen. Als geeignete Transporteure gelten  Vögel und andere Wirbeltiere, da etwa 95 Prozent der tropischen Baumarten von ihnen verbreitet werden. Vor allem die Nashornvögel sind in der Lage, Pflanzensamen über große Distanzen hinweg zu verbreiten, wie die Untersuchungen in Südafrika ergaben. Wie weit die Samen letztendlich von den Vögeln getragen werden können, hängt davon ab, wie lange sie im Vogeldarm bleiben und wie lang die Flugstrecke insgesamt  ist. Das Forscherteam fütterte die ausgewählten Nashornvögel zunächst mit den Früchten verschiedener tropischer Baumarten und beobachtete anschließend, wie viel Zeit die Tiere bis zur Ausscheidung der in den Früchten enthaltenen unverdaulichen Kerne benötigen. Die Vögel hatten die Kerne nach spätestens zweieinhalb Stunden wieder ausgeschieden. Die bei den Tieren angebrachten GPS-Sender sollten  ihre Bewegungen erfassen und speichern. Die durchgeführten Messungen ergaben, dass die Nashornvögel große Strecken bewältigten, obwohl sie eher schwerfällig wirken. Innerhalb der maximal zweieinhalb Stunden, die bis zum Ausscheiden der Früchtesamen blieben, lag die weiteste Strecke, die von den Nashornvögeln zurückgelegt wurde, bei 14,5 km. Die längeren Strecken legten die  an dem Experiment beteiligten Vögel eher beim Überqueren der Agrarlandschaften mit wenig Waldresten zurück, während sie in den großen, ausgedehnten Waldgebieten kürzere Distanzen flogen. „An diesen Ergebnissen wird deutlich,wie stark die Struktur der Landschaft das Verhalten von Nashornvögeln beeinflusst. Bisher wurde die Fähigkeit der Vögel, so weite Strecken zurücklegen zu können, immer unterschätzt“, erklärte eine der an der Studie beteiligte Wissenschaftlerin.

Quelle: „Nashornvögel verpflanzen tropische Baumarten“, Der Standard, 09.02.2011

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