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Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko tötete mehr Vögel als angenommen

Die Ölkatastrophe, die sich  im April 2010 im Golf von Mexiko ereignete und sogar Menschenopfer forderte, hat dort auch unzählige wildlebende Tiere mit in den Tod gerissen. In der betroffenen Region befinden sich Schutzgebiete, die vielen verschiedenen Tierarten, darunter auch seltenen Vogelarten, einen geeigneten Lebensraum bieten. In den durch das auslaufende Öl am meisten geschädigten Naturgebieten lebten zum Zeitpunkt des Unglückes etwa 200 Vogelarten, die besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Federn büßten durch die klebrige Substanz ihre Wasser abweisende Funktion ein, was häufig zu Unterkühlungen bei den Tieren führte. Das Nahrungsangebot der Vögel war ebenfalls von den Auswirkungen des auslaufenden Öls betroffen, da unter anderem auch Fische und Insekten größtenteils mit einer giftigen Ölschicht überzogen waren.  Das angeschwemmte Öl verschmutzte außerdem die empfindlichen Ökosysteme im Küstenbereich, in denen die Vögel ihre Schlaf-, Futter- und Nistplätze haben. Die langfristigen Auswirkungen dieser Ölkatastrophe sind  jetzt noch nicht vorhersehbar, doch Wissenschaftler warnten vor den krebserregenden Stoffen, die durch  Öltröpfchen leicht in die Nahrungskette gelangen können. Im November des letzten Jahres hatten die Forscher etwa 6000 tote Vögel, die den Folgen des Bohrinselunfalles erlagen, eingesammelt. Allerdings gehen sie davon aus, dass nur einer von zehn toten Vögeln überhaupt an Land angeschwemmt wurde und  schätzen die tatsächliche Anzahl der getöteten Vögel weitaus höher ein. Wie sich die Naturverschmutzung durch das auslaufende Öl langfristig gesehen auf die verschiedenen Vogelarten auswirkt, ist zur Zeit unklar, allerdings sind schon jetzt einige, in der betroffenen Region lebenden Arten, wie etwa der Braunpelikan oder der Flötenregenpfeifer, durch die Situation besonders gefährdet. Die Population der Braunpelikane, die sich gerade erst von den negativen Auswirkungen der Verwendung des Pestizids DDT erholt hatte und 2009 von der Liste der gefährdeten Arten gestrichen werden konnte, befand sich während der Katastrophe in den Küstengebieten der Golfregion  mitten in der Brutphase. Auch der Flötenregenpfeifer, der immer noch als gefährdet eingestuft ist, verbringt dort seine Brutsaison und sucht sein Futter in den Strandgebieten. So besteht für die Vögel ständig die Gefahr, dass ihre Federn mit Öl bedeckt werden und verkleben oder dass sie verunreinigte Nahrung zu sich nehmen. Mehrere amerikanische Schutzorganisationen wollen in Zukunft weiterhin beobachten, wie sich  die Ölkatastrophe langfristig noch auf die Vogelarten und ihre Lebensräume auswirken wird.

Quelle: „Gulf oil spill thought to have killed some 60.000 birds“, Wildlife Extra, Feb 2011 (www.wildlifeextra.com)

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