Papageienschutz aktuell-Beiträge

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel in Südasien

Tagung der SACEP-Staaten, WWF und TRAFFIC

Die acht Mitgliedsländer des gemeinsamen Umweltprogramms SACEP (1) einigten sich in einer regionalen Tagung auf eine Zu- sammenarbeit zur Bewältigung des Problems mit dem Wildtier- handel in der Region Südasien.

Die führenden Naturschutzbeauftragten der Länder beschlossen die Durch- führung gemeinsamer Projekte im Rahmen der neu ge- gründeten Initiative gegen den Wildtierhandel in Südasien (SAWTI) (2), welche die Aufstellung einer südasiatischen Expertengruppe für den Wildtierhandel und die Entwicklung eines regionalen Strategieplans zu seiner Bekämpfung umfasste. Ebenso riefen sie weltweit zur finanziellen und technischen Unterstützung bei der Durchführung des regionalen Plans der Initiative auf.

Die erstmals durchgeführte Tagung wurde von dem Minister für Umwelt, Wissenschaft und Technologie von Nepal, der zwischen- staatlichen Organisation SACEP, dem WWF Nepal (3) und der Organisation TRAFFIC (4), die für die Überwachung des Wild- tierhandels zuständig ist, organisiert. Die Tagung fand vom 31.01. bis zum 01.02.2008 in Kathmandu (Nepal) statt und wurde vom US-Staatsministerium sowie von den Organisationen SACEP und WWF finanziell unterstützt.

In Südasien lebende Sitticharten: Großer Alexandersittich (Psitta- cula eupatria), Pflaumenkopfsittich (Psittacula cyanocephala) und Schwarzkopfedelsittich (Psittacula himalayana)
Netzwerke und Frühwarnsysteme gegen Wildtierhandel

Die südasiatische Region ist bekannt für ihre Artenvielfalt und ihren Reichtum an Land-, Frischwasser- und Meeres-Recourcen. Der illegale Handel und die Ausbeutung von Wildtieren und Pflan- zen stellen im Bezug auf die Erhaltung und die sinnvolle Nutzung der Artenvielfalt in Südasien eine wesentliche Herausforderung dar. Sich dieser Herausforderung durchaus bewusst, drängten die Minister schon auf dem zehnten Treffen des Verwaltungsrates der Organisation SACEP am 25. Januar 2007 auf die Entwicklung eines Arbeitsprogrammes zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels. Damit unterstützten sie die Durchsetzung des Abkommens zum Internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten (CITES) (5) in der Region.
Auf Grund der vom Verwaltungsrat getroffenen Entscheidung einigten sich die Tagungsteilnehmer in Kathmandu darauf, dass sich die Initiative gegen den Wildtierhandel in Südasien mit ihrem entwickelten Stratgieplan zur Durchführung der Projekte auf die für die Region besonders wichtigen Gebiete konzentrieren werde. Die Initiative beinhaltet sowohl eine Zusammenarbeit der Länder und ihre Unterstützung durch eine wirksame Gesetzgebung, als auch effektive Strategien zu ihrer Durchsetzung. Die Verbreitung von Informationen, Informationsnetzwerke, Frühwarnsysteme und die Gewährleistung eines vertretbaren legalen Handels zur Exi- stenzsicherung stellen dabei wichtige Aspekte dar. Nach Ende der Tagung bestätigte Nepal’s Minister für Umwelt, Wissenschaft und Technologie die Verpflichtung Nepals, das zur Zeit den Vorsitz des Verwaltungsrates der Organisation SACEP inne hat, den illegalen Wildtierhandel in der Region zu bekämpfen. Der Direktor der SACEP betonte, dass regionale Zusammenarbeit die beste Lösung für regionale Probleme bieten könne. Die Initiative gegen den Wildtierhandel bildet die Grundlage für gemeinsame Bemühungen, gegen den illegalen Handel vorzugehen und den Umgang mit wildlebenden Arten, mit denen unter Einhaltung des Gesetzes ge- handelt werden darf, zu verbessern, so der Direktor.

Er wies darauf hin, dass es sich bei dieser Initiative um das erste Projekt dieser Art in Südasien handele und dass man zuversichtlich sei, dass es zu mehr Einsatz in der Region und einer engeren Zusammenarbeit der Länder führen werde, um die Probleme des Wildtierhandels in den Griff zu bekommen.

Zusammenarbeit der beiteiligten Staaten ist notwendig

Der Hauptbeauftragte für die Bereiche Schmuggel, Betrug und organisiertes Verbrechen des CITES-Sekretariats befürwortete diese Initiative, die seiner Meinung nach ein beachtliches Potential im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel und zur Regulierung des legalen Handels bieten würde.

Die für diese Herausforderung hohe Wichtigkeit der internationalen und regionalen Zusammenarbeit bestätigte auch der Projekt- manager der Organisation TRAFFIC. Er bezeichnete die Initiative der acht südasiatischen Länder als wichtigen Schritt in der Zu- sammenführung der Länder als gemeinsame Region und in den Bemühungen, das Problem der Wilderei und des illegalen Handels anzugehen und eine vertretbare legale Nutzung der Arten zu gewährleisten.

Der Landesvertreter des WWF Nepal bekräftigte dies ebenso und bezeichnete den Kampf gegen die organisierten illegalen Händler- netzwerke und gegen die Durchlässigkeit an den Ländergrenzen als größte Herausforderung. Schliesslich könne keine Nation solche illegalen Aktivitäten alleine kontrollieren, so der WWF Vertreter. Die Organsiation TRAFFIC stellt einen wichtigen Partner in der strategischen Durchführung weltweit gegründeter ähnlicher Ini- tiativen dar. Zu diesen Initiativen gehören unter anderem ein zwi- schenstaatlicher Arbeitsplan, der von der Vereinigung der südasia- tischen Länder entwickelt wurde und eine in Europa entwickelte und von der CITES durchgeführte Initiative.
TRAFFIC ist ebenso Mitglied der Vereinigung gegen den Wildtier- handel (6) – eine weltweite Initiative, die sowohl aus staatlichen als auch nichtstaatlichen Organisationen besteht und deren Ziel es ist, die gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit auf das Pro- blem des illegalen Wildtierhandels zu lenken und diesen damit zu beenden.
Die Beschlüsse der Tagung werden noch in diesem Jahr auf dem elften Treffen des SACEP Verwaltungsrates in Neu Dehli (Indien) aufggriffen, um deren Bewilligung auf staatlicher Ebene zu errei- chen.

Anke Tholl | 05.03.2008
(1) SACEP = South Asia Co-operative Environment Program
(2) SAWTI = South Asia Wildlife Trade Initiative
(3) WWF = World Wildlife Fund for Nature; hierbei handelt es sich um eine der größten internationalen Naturschutzorganisationen der Welt. Die Organisation wurde 1961 als World Wildlife Fund in der Schweiz gegründet.
(4) TRAFFIC – diese Organisation stellt ein Netzwerk zur Überwachung des Wildtierhandels dar; ihr Ziel ist es, sicher zu stellen, dass der Handel mit Wildpflanzen und -tieren keine Be- drohung für die Erhaltung der Arten darstellt.
(5) CITES = Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora; hierbei handelt es sich um eine von weltweit 172 Staaten unterzeichnete Handelskonvention, auch als Washingtoner Artenschutzabkommen bekannt, welche die Erhaltung und eine nachhaltige Nutzung der Tier- und Pflanzen- populationen zum Ziel hat.
(6) CAWT = Coalition against Wildlife Trafficking
Quelle:
TRAFFIC – Home and Latest News, „South Asia commits to regional cooperation in controlling wildlife trade“, 06.02.2008

 

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